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Die
Verantwortung liegt bei den Eltern
Verantwortung für das Zustandekommen der Besuche beim nicht
obhutsberechtigten Elternteil liegt immer bei den Eltern und nicht bei den
Kindern. In den wenigsten Fällen ist die Verweigerung Ausdruck einer
persönlichen Haltung des Kindes gegenüber Vater oder Mutter, die sie
besuchen sollen.
Die Verweigerung der Besuche beim nicht obhutsberechtigten Elternteil ist
in der Beratung von getrennt lebenden oder geschiedenen Familien ein immer
wieder auftauchendes Thema. Es kommt bei Müttern wie auch bei Vätern vor,
dass sie erklären, ihr Kind gehe sehr ungern ins Besuchswochenende oder
weigere sich sogar zu gehen. Sehr rasch wird dieser Umstand dann dazu
benutzt, um damit auszudrücken, dass die Kinder von sich aus nicht mehr
wollen. Folglich könne man auch nicht viel dagegen tun.
Oft hören wir in solchen Momenten von einer Mutter oder einem Vater sagen:
Ich will und kann mein Kind nicht dazu zwingen, den andern zu besuchen.
Die Verantwortung für die Besuchsverweigerung wird somit dem Kind
zugeschoben. Das geschieht oft aus dem Grund, dass man sich selber als
Vater oder Mutter nicht mit den Ursachen der Verweigerung näher
auseinander setzen muss.
Wie es die Eltern sehen
Väter wie Mütter sind in solchen Situationen geneigt, die Ursachen für die
Verweigerung beim Expartner zu sehen. Beide vermuten, oder sind sogar
überzeugt, der andere hetze die Kinder gegen die eigene Person auf oder
rede zumindest häufig negativ über sie.
Vor allem der nicht-sorgeberechtigte Elternteil kommt sehr oft zu dieser
Schlussfolgerung, ist er doch unmittelbar davon betroffen, dass er die
Kinder nicht mehr spontan sehen kann.
Der sorgeberechtigte Elternteil sieht die Gründe der Verweigerung durch
die Kinder oftmals im Fehlverhalten des Expartners gegenüber den Kindern.
Zum Beispiel, dass er sich zu wenig um die Kinder kümmert, indem er sie an
einem Wochenende bei den Grosseltern abgibt, oder aber am Sonntagmorgen zu
lange schläft und die Kinder kein Morgenessen bekommen und ähnliche
Vorkommnisse. Der Spielarten gibt es viele.
Kinder sehen es oft anders
Erfahrungsgemäss verweigern Kinder die Besuche beim andern Elternteil,
weil sie damit dem Streit und den Loyalitätskonflikten ausweichen wollen.
Es hat in den wenigsten Fällen damit zu tun, dass sie den Vater bzw. die
Mutter ablehnen und nicht mehr sehen wollen. Das bedeutet, dass die
Verweigerung meistens eine kindliche Überlebensstrategie im Chaos der
elterlichen Konflikte ist.
Es ist eine Verweigerung, sich weiter für die Austragung der ungelösten
Probleme der Eltern zur Verfügung zu stellen und sich dafür missbrauchen
zu lassen. Die meisten Kinder wünschen und wollen den Kontakt zum andern
Elternteil. Ein Wochenende bei den Grosseltern väterlicherseits, sofern es
nicht die Regel ist, finden die Kinder meistens lässig. Und ein
verschlafenes Morgenessen ein bis zwei Mal im Monat bedeutet für die
wenigsten Kinder einen Weltuntergang. Deshalb die Empfehlung an die
Eltern: Versuchen Sie doch, die Dinge ein wenig mit den Augen der Kinder
zu sehen. Zurück |
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